Die Nostradamus-Propaganda der Nazis,
   
1939 - 1942

Eine historische Forschungsarbeit von Ulrich Maichle, März 2006           

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

                

    

 

 

 

 

 

                     

 

 

 

Hinweise zu dieser Publikation

 

 

 

 

1. Die Forschungsarbeit

 

Die vorliegende Arbeit ist in völlig unabhängiger Regie entstanden. Dabei wurde die Absicht verfolgt, ausschließlich anhand von Archivrecherchen einen Themenkomplex darzustellen, der bis­lang noch kein Ge­gen­stand einer sy­stematischen Analyse auf der Grundlage von zeitgeschichtlichen Dokumenten war.

Meine Nachforschungen zur Nostradamus-Propaganda basieren zu einem gewissen Teil auch auf der Über­prü­fung von konkreten In­formationen, die der Autor Ellic Howe weitestgehend anhand von Zeitzeugenaus­sa­gen er­mit­teln konnte und erstmalig 1965 in seinem Buch „Nostaradamus and the nazis: a footnote to the history of the Third Reich“  publizierte; 1967 erfolgte eine er­weiterte Ausgabe unter dem Titel „Uranias Chil­dren“.

Die deutsche Ausgabe ließ noch drei Jahrzehnte auf sich warten und erschien erst 1995 unter dem Titel „Ura­nias Kinder: Die seltsame Welt der Astrologen und das Dritte Reich“ (ISBN 3-89547-710-9).

Obwohl das Buch auf dem Markt als ver­griffen gilt, dürfte es für interes­sierte Leser, die sich einge­hender damit beschäftigen möchten, kein Problem sein, dieses über die gängi­gen In­ternet-Antiquariate zu beziehen oder in gut sortierten Bi­bliotheken auszuleihen.

 

Da Ellic Howe in den 1960ern nicht über einen umfassenden Zugriff auf diverse Archivbestände verfügte, ist die vorliegende Arbeit durchaus als Weiterführung und stellenweise auch als Korrektur einer ansonsten meisterhaft recherchierten Buchpublikation zu verstehen.

 

Mein ganz besonderer Dank gilt all jenen MitarbeiterInnen der konsultierten Archive und Bibliotehken, ohne deren tatkräfige Unterstützung vieles nicht möglich gewesen wäre. Dieser Dank gilt auch allen Privatpersonen, die immer wieder wertvolle Hinweise gaben und mir unverzichtbares Material zusandten.

 

Weitere sehr aufschlußreiche niederländische bzw. und englischsprachige Dokumentationen zur Nostaradamus- Propaganda sind auch auf der Webseite meines Forscherkollegen Theo van Berkel abrufbar, bei dem ich mich ebenfalls für seine äußerst zuverlässige und effiziente Zusammenarbeit bedanken möchte:

 

 

www.nostradamusresearch.org

                          

 

 

 

 

Die wichtigsten Resultate dieser frei zugänglichen Arbeit lassen sich vorab folgendermaßen zusammenfassen:

 

1.  Die überlieferten Archivmaterialien veranschaulichen überdeutlich, daß die Nationalsozialisten der Nostra- damus-Propa­ganda zeit­weise eine sehr hohe Priorität zumaßen, auf deren Grundlage eine euro­pa­weite Kam­pagne in­itiiert wurde. Fe­derführend beteiligt wa­ren daran das Pro­paganda­mi­nisterium (RMVP) und das Auswärtige Amt (A. A.)

 

 2. Auch wurde die sichere Auflösung von Autorenpseudonymen möglich sowie bislang unbekannte Details zu Ein­zelpersonen, die darin in­volviert waren.

 

3.  Ein inhaltlicher Schwerpunkt dieser Arbeit bezieht sich auf die längst überfällige Beantwortung der über­aus interes­santen Frage, weshalb sich der erfolg­reich­ste deutsche Nostradamus-Autor der Nach­kriegs­zeit, Alexander Centgraf, hinter Autorenpseudonymen versteckte. Eines seiner Nostradamus-Bü­cher wird bis auf den heutigen Tag von Randomhouse/Bertelsmann vermarktet, obwohl das Verlags­haus detaillierte Kenntnisse darüber hat, daß dieses unbestreitbare Versuche von Geschichts­verfäl­schungen ect. ent­hält.

 

 

2. Kurzdokumentation zu Randomhouse/Bertelsmann  

 

Dem Medienkonzern Randomhouse/Bertelsmann ist die hier vorliegende Forschungsarbeit und insbeson­dere die Per­so­nenre­cherche zu Alexander Centgraf seit dem 19.09.06 bekannt. Am 25.09.06 reagierte die Rechtsabteilung darauf mit der Absicht „meine Anregungen genauestens prüfen zu wollen“.

Inwieweit diese vollmundige Ankündigung umge­setzt wurde, ist nicht nachzuvollziehen. Das Resultat einer um­fangreichen Korrespondenz ist jedoch die kategorische Wei­ge­rung, das strittige Buch von Alexander Centgraf aus dem Verlagsprogramm zu entfernen oder zumindest bean­standete Textpassagen zu strei­chen. Begründung des zuständigen Hausjustitiars (emailnachricht vom 08.11.06):

 

Sehr geehrter Herr Maichle,

 

vielen Dank für Ihre Nachfrage von heute früh.

Nach einer Durchsicht des Buchs sehe ich keine Veranlassung, mich der Einschätzung der verlegerisch Ver­ant­wortli­chen entgegenzustellen, das bislang völlig unbeanstandet seit vielen Jahren erhältliche Buch weiterhin als Lizenzaus­gabe zu publizieren.

Wir bitten Sie deshalb, unsere im Leserinteresse getroffene Entscheidung zu akzeptieren.

 

Freundliche Grüße

 

 

Der Verlag hält es nicht einmal für nötig, dem Leserpublikum die nun bekannten biographischen Daten zu ihrem Autoren N. Alexander Centurio bekanntzugeben, was ansonsten durchaus üblich ist.

Die Ausgabe der „Junge Welt“ vom 29.11.06 sah sich deshalb veranlaßt, diesen unglaublichen Vorgang mit einem ent­spre­chend bissigen Artikel zu kommentieren.

Bezeichnend auch neuere Forschungsergebnisse zur Geschichte des Bertelsmann-Konzerns: eine von der Kon­zernleitung eingesetzte Historikerkommission sah sich nicht dazu imstande, die Imagelüge des Medienkonzerns historisch zu bestätigen, wonach Bertelsmann während der Nazidiktatur wegen oppositioneller Haltung gegen­über dem Regime geschlossen wurde. Vielmehr war Bertelsmann der größte Lieferant von Propagandaliteratur für die Wehrmacht und zählt zu den größten Kriegsgewinnlern überhaupt.

 

 

 

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 Erstpublikation 12.03.2006

Letzte Änderung  19.04.10